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CIM in der Dominikanischen Republik - "Aufbau neuer Märkte"

Aufbau neuer Märkte - Steigerung der Energieeffizienz

Die mangelhafte Energieversorgung und die Abhängigkeit der Kaffeebauernvom Weltmarkt - das sind zwei Entwicklungshemmnisse in der Dominikanischen Republik. Vier von CIM vermittelte Integrierte Fachkräfte helfen dabei, dass sich das ändert.

Kaffee ist am Weltmarkt starken Schwankungen ausgesetzt. Für die Kaffeebauern in der Dominikanischen Republik ist es daher schwierig, ein gesichertes Mindesteinkommen zu erhalten. Um ihre Exporterlöse zu steigern und damit ihre Lebensgrundlage nachhaltig zu verbessern, haben sich die Bauern in der Region Jarabacoa ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die Öko-Zertifizierung ihrer Produkte und die damit verbundene Erschließung neuer Märkte sowie die Etablierung eines eigenen Markennames für ihren Kaffee. Eine vom Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelte Integrierte Fachkraft unterstützt sie dabei.

Dieser CIM-Experte heißt Hartmut Müller-Heinze, angestellt ist er beim Cluster de Cafe de Jarabacoa, einer Interessenvereinigung, der sieben bäuerliche Verbände mit mehr als 900 Produzenten angehören. Zusammen bewirtschaften sie eine Fläche von 2700 Hektar und geben damit in der Region, die zweihundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Santo Domingo liegt, 1448 Menschen eine Arbeit.

NEUE MÄRKTE FÜR KAFFEE AUS BIOLOGISCHEM ANBAU

Der Deutsche hilft bei der Förderung der Wertschöpfungskette, die den Mitgliedern der Interessengemeinschaft und ihren Familien ermöglichen soll, neue Märkte für ökologisch zertifizierten Kaffee, aber auch weiterhin für konventionell produzierten Kaffee zu erschließen. "Anstatt Masse zu produzieren, konzentrieren wir uns darauf, Kaffeespezialitäten mit hoher Qualität sowie Kaffee aus biologischem Anbau anzubieten", sagt Müller-Heinze. Bei diesem Kaffee bestehe die Bereitschaft der Konsumenten, einen höheren Preis zu bezahlen. "So soll verhindert werden, dass die Produzenten ihren Kaffee zu niedrigen Preisen auf dem lokalen Markt anbieten." Sie sollen von der Vermarktung von biologisch angebautem Kaffee über den fairen Handel profitieren. Dazu ist es auch notwendig, die bäuerlichen Verbände bei der Verbesserung ihrer internen Organisationsstrukturen zu unterstützen.

CIM vermittelt seit 1981 Integrierte Fachkräfte in die Dominikanische Republik. Seitdem waren insgesamt 39 Fachkräfte bei lokalen Arbeitgebern vor Ort tätig. Derzeit arbeiten vier Integrierte Fachkräfte im Land. Neben Hartmut Müller-Heinze engagiert sich ein weiterer Experte für die nachhaltige Agrarentwicklung in der Region Jarabacoa. Jens Richter unterstützt die agrarwissenschaftliche Fakultät der Universidad Agroforestal Fernando Arturo de Merino in den Bereichen Forschung, Lehre und Vernetzung. Er bildet Dozenten und Professoren weiter, ist in der Lehre tätig und fördert die nationale und internationale Vernetzung der Fakultät. Ziel ist die institutionelle Konsolidierung, die Aktualisierung und Restrukturierung der angebotenen Curricula und eine verbesserte Nutzung der durch die Fakultät generierten wissenschaftlichen und praktischen Expertise für die nachhaltige Entwicklung der Region.

ENTWICKLUNG EINER ENERGIEPOLITISCHEN STRATEGIE

Ein wesentliches Entwicklungshemmnis in der Dominikanischen Republik ist zudem die mangelnde Energieversorgung. Der nationale Energiesektor ist zu über achtzig Prozent vom Import nicht nachwachsender Rohstoffe abhängig. Gleichzeitig bestehen in dem Sektor und insbesondere in der Elektrizitätsversorgung erhebliche strukturelle und technische Mängel, so dass die zum größten Teil aus Importen stammende Energie ineffizient genutzt wird. CIM fokussiert sich daher neben der Förderung des Agrarsektors auf die Unterstützung in Fragen der Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien. Zwei Integrierte Fachkräfte arbeiten bei der nationalen Energiekommission (CNE), die im Jahre 2001 von der dominikanischen Regierung gegründet wurde. Vor dem Hintergrund der extremen Abhängigkeit des dominikanischen Energiesektors hat die Kommission die Aufgabe, eine langfristige energiepolitische Strategie zu entwickeln.

Die CIM-Fachkraft Rüdiger Fleck unterstützt die CNE bei der Steigerung der Effizienz im Energiesektor. Dafür und zur Verbesserung der Energie-Infrastruktur gehört es auch zum Tätigkeitsbereich der Fachkraft, bei der Entwicklung entsprechender Gesetzgebungen mitzuwirken und Programme zur Umsetzung aufzubauen. Sein deutscher CIM-Kollege, Marc-Daniel Reinhard, unterstützt die CNE bei der Förderung der Nutzung alternativer Energiequellen. In diesem Zusammenhang bringt er seine Expertise bei der Einführung entsprechender neuer Technologien und der Entwicklung der dafür notwendigen Gesetzesgrundlagen ein. Die Kooperation mit wichtigen nationalen und internationalen Investoren und anderen Akteuren ist ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld des CIM-Experten.

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