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Georgien: EU Mobilitätspartnerschaft
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Foto: CIM/Wacho Kuntsev-Gabashvili

Georgien: Mobilität und Migration entwicklungsorientiert gestalten

Mit einem Pilotprojekt unterstützt CIM Georgien dabei, seine EU-Mobilitätspartnerschaft mit Leben zu füllen und Migration für nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Von 4,5 Millionen Georgiern lebt rund jeder vierte außerhalb seines Landes. Aber nur sechs Prozent von ihnen möchte auch permanent im Ausland bleiben. Über 40 Prozent der Georgier würde ihr Land hingegen gerne temporär verlassen. Denn eine Ausbildung, Berufserfahrung oder Fortbildung im Ausland kann die Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt  erheblich steigern. Und auch Georgien gewinnt: Innovative Geschäftsideen aus dem Ausland und gut ausgebildete Fachkräfte  sind entscheidend für wirtschaftliches Wachstum. Zum Beispiel im Tourismus oder im Pflegesektor. Hier sind Bewerber gefragt, die sich wichtige Qualifikationen, Professionalität, praktische Erfahrung oder relevante Fremdsprachkenntnissen im Ausland angeeignet haben. Neues Wissen kann nachhaltig zu positiven Veränderungen führen. In der Wirtschaft oder auch im gesellschaftlichen Leben. Dafür gilt es, Migration richtig zu gestalten.


Das Projekt
Georgien will näher an die Europäische Union (EU) heranrücken. 2009 ging das Land am Kaukasus mit der EU eine Mobilitätspartnerschaft ein - ein wichtiger Schritt, um die Chancen von Migration besser zu nutzen.
Um die Partnerschaft mit Leben zu füllen, implementiert das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) im Auftrag der EU und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Pilotprojekt „Strengthening the development potential of the EU mobility partnership in Georgia through targeted circular migration and diaspora mobilisation“ (Stärkung des Entwicklungspotentials der EU-Mobilitätspartnerschaft in Georgien durch gezielte, zirkuläre Migration und Diasporamobilisierung). Das Projekt zwischen Deutschland und Georgien testet Wege, Migration stärker für die Entwicklung Georgiens zu nutzen, vor allem durch zirkuläre Migration und Diasporamobilisierung.

Die Ansätze

  • Diasporamobilisierung: gezielte Unterstützung von bis zu 45 Georgiern, die nach ihrem Aufenthalt in Deutschland nach Georgien zurückkehren möchten und dort eine qualifizierte Arbeit suchen oder sich selbstständig machen möchten
  • Zirkuläre Migration: Vermittlung von bis zu 40 georgischen Fachkräften, die in Deutschland in den Sektoren Hotel/Gastronomie und Gesundheit arbeiten möchten, um sich weiterzubilden; anschließend Unterstützung bei der Rückkehr nach Georgien
  • Politikberatung an staatlichen georgischen Institutionen, die sich mit Migrationsfragen beschäftigen

Die Partner – lokales und internationales Wissen
CIM verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der internationalen Arbeitsmobilität. Mit seinem Angebot für Rückkehrende Fachkräfte unterstützt CIM seit rund 20 Jahren in Deutschland ausgebildete und arbeitende Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren und dort einen Beitrag zur Weiterentwicklung ihres Landes leisten möchten. Zudem berät CIM Regierungen dabei, Migration positiv und gewinnbringend für alle Beteiligten zu gestalten und so nachhaltige Entwicklung zu fördern. Das Pilotprojekt setzt CIM gemeinsam mit zwei lokalen Partnern um - der Public Service Development Agency (PSDA) und der Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA). Das Zusammenspiel aus internationalem und lokalem Know-How bietet eine entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche und  nachhaltige Wirkung des Vorhabens.


Der Nutzen
Das Pilotprojekt zielt darauf ab, allen Beteiligten einen Gewinn zu ermöglichen:

  • Migranten sammeln in Deutschland wertvolle persönliche und berufliche Erfahrung und erhalten Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg in Georgien, sei es als „Rückkehrende Fachkräfte“ oder als Unternehmensgründer
  • Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert im Gesundheits- und Pflegesektor sowie im Gastgewerbe, wo es häufig an passendem Personal mangelt, von georgischen Fachkräften
  • Georgien gewinnt neues Wissen und qualifizierte Fachkräfte und kann so seinen Arbeitsmarkt und seine Wirtschaft stärken. Zudem werden zentrale Akteure der georgischen Migrationspolitik dabei unterstützt, ein entwicklungsorientiertes und auf die Bedürfnisse der Migranten angepasstes Arbeitsmigrationsmanagement umzusetzen
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