Sich mit einem Kurzzeiteinsatz im Herkunftsland engagieren – hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen

Sie möchten sich im Rahmen eines Kurzzeiteinsatzes in Ihrem Herkunftsland engagieren und Ihr Know-how einbringen? Sie haben noch offene Fragen zu den Voraussetzungen, den Rahmenbedingungen und zum Bewerbungsprozess?

Wir haben an dieser Stelle Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.

Für welche Länder wird die Förderung von Kurzzeiteinsätzen durch Diaspora-Fachkräfte angeboten?

Derzeit unterstützen wir Kurzzeiteinsätze von Diaspora-Fachkräften in Kamerun, Äthiopien, sowie auch in Albanien, Kosovo und Serbien.

SEEKING EXPERTS AMONG ETHIOPIAN DIASPORA (PDF 366.17 kb) EXPERTEN AUS DER SERBISCHEN DIASPORA GESUCHT (PDF 106.74 kb) FACHKRÄFTE AUS DER KAMERUNISCHEN DIASPORA GESUCHT (PDF 371.74 kb)

Wer kann sich als Diaspora-Fachkräfte bewerben?

Als Diaspora-Fachkraft können sich Personen mit Migrationshintergrund aus den oben genannten Ländern bewerben, die ihren beruflichen oder akademischen Abschluss in Deutschland erworben haben und hier auch ihren Lebensmittelpunkt haben. Sie sollten zudem über mehrjährige Berufserfahrung in dem Bereich verfügen, in dem sie in ihrem Herkunftsland als Diaspora-Fachkraft im Einsatz tätig sein möchten.    

In welchen Bereichen oder Sektoren werden Kurzzeiteinsätze von Diaspora-Fachkräften gefördert?

Ein Einsatz ist in vielen unterschiedlichen Bereichen und Sektoren möglich – wichtig ist der entwicklungsrelevante Ansatz der Tätigkeit. Mit unserem Angebot möchten wir lokale Strukturen stärken, die vor allem in den Schwerpunktsektoren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag zur Entwicklung der Länder leisten können. Eine Orientierung für die jeweiligen Schwerpunktsektoren bieten die länderbezogenen Seiten der GIZ. Ein Bezug zwischen den Zielen des Einsatzes und den international gültigen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) muss in jedem Fall erkennbar sein.

GIZ Weltweit Sustainable Development

In welchen Partnerorganisationen können Kurzzeiteinsätze von Diaspora-Fachkräften gefördert werden?

In der Regel handelt es sich bei den Partnerinstitutionen, in denen die Einsätze stattfinden, um gemeinnützige Institutionen, wie z.B. öffentliche Einrichtungen, kommunale, regionale oder nationale Verwaltungs- und Dienstleistungsstrukturen, Bildungseinrichtungen, Strukturen der Gesundheitsversorgung, oder um zivilgesellschaftlich verfasste Organisationen. Die Partnerinstitution sollte bereits über mehrere Jahre existent sein und mindestens 5 bis 10 Mitarbeiter beschäftigen, damit das Wissen, das während des Kurzzeiteinsatzes weitergegeben wird, verankert und auch nach dem Einsatz angewendet werden kann. Förderwürdig sind vor allem Einsätze, die in übergeordneten Institutionen und Dachorganisationen stattfinden und von denen somit ein großer Multiplikatoreffekt zu erwarten ist. 

Welche weiteren Voraussetzungen muss die Partnerinstitution erfüllen?

Die Partnerinstitution muss über die Infrastruktur, Geräte und sonstige technische Ausstattung verfügen, die für den Einsatz notwendig sind. Sie sollte der Diaspora-Fachkraft für den Zeitraum des Einsatzes mindestens einen geeigneten Arbeitsplatz, eine Unterkunft sowie Transportmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Für die Vorbereitung und die Begleitung des Einsatzes muss zudem eine Ansprechperson der Partnerinstitution benannt werden, die den Kurzzeiteinsatz der Diaspora-Fachkraft sowohl inhaltlich als auch organisatorisch begleitet. 

Ich habe noch keine Partnerorganisation. Kann ich mich trotzdem bewerben?

Ja. Auch wenn Sie noch mit keiner konkreten Partnerorganisation in Kontakt stehen, können Sie sich bei uns als Diaspora-Fachkraft bewerben. Falls verfügbar, vermitteln wir Sie gern an geeignete Institutionen entsprechend Ihres Profils. Bitte bewerben Sie sich dafür auf unserer Webseite.

Wie lang dauert ein Kurzzeiteinsatz als Diaspora-Fachkraft?

Wir fördern Einsätze von mindestens drei Wochen bis maximal sechs Monate. Es ist nicht möglich, die Mindestdauer von drei Wochen in mehrere Einsätze aufzuteilen. Die Einsatzzeit bezieht sich auf die Aktivitäten in der Partnerorganisation vor Ort; vorbereitende oder flankierende Tätigkeiten in anderen Ländern als den Einsatzländern können nicht gefördert werden.

Wie viele Arbeitsstunden muss ein Einsatz umfassen?

Wir können Ihren Einsatz als Diaspora-Fachkraft fördern, wenn Sie mindestens 30 Stunden pro Woche bei der Partnerinstitution tätig sind. Für Einsätze von Dozenten im Hochschulbereich sind mindestens 20 Stunden pro Woche in der Partnerinstitution Voraussetzung für eine Förderung.   

Besteht zwischen der Diaspora-Fachkraft und der Partnerorganisation ein Arbeitsverhältnis während des Kurzzeiteinsatzes?

Nein, während des Kurzzeiteinsatzes besteht kein reguläres Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen und der Partnerorganisation. Ihr Einsatz in der Partnerorganisation erfolgt ehrenamtlich. Es wird aber eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Diaspora-Fachkraft und der Partnerinstitution geschlossen, in denen die Rahmenbedingungen des Einsatzes festgehalten werden. 

In welchem Verhältnis stehen die Diaspora-Fachkraft und das CIM während des Einsatzes?

Mit unserem Angebot zur Förderung von Diaspora-Fachkräften unterstützen wir das ehrenamtliche Engagement von in Deutschland lebenden Personen mit Migrationshintergrund, die sich für die Entwicklung Ihrer Herkunftsländer einsetzen wollen. Sofern dieses ehrenamtliche Engagement in Form eines Kurzzeiteinsatzes unseren Voraussetzungen entspricht, können wir dies durch verschiedene Leistungen unterstützen und finanziell durch eine Aufwandsentschädigung in Form eines Zuschusses fördern. Hierdurch entsteht kein Arbeits- oder Auftraggeber-/ Auftragnehmer-Verhältnis.  

Wie viele Kurzzeiteinsätze als Diaspora-Fachkraft sind pro Jahr möglich?

Pro Jahr sind maximal zwei Einsätze als Diaspora-Fachkraft möglich, wobei die gesamte Einsatzzeit sechs Monate pro Kalenderjahr nicht überschreiten darf.

Wie funktioniert der Antragsprozess für die Förderung als Diaspora-Fachkraft (DF)?

Der Antragsprozess beinhaltet folgende Schritte:

  1. Registrierung und Bewerbung auf unserer Webseite als DF
  2. Persönliches Beratungsgespräch der DF mit den Arbeitsvermittlern des CIM
  3. Erstellen der Kooperationsvereinbarung mit der Partnerinstitution
  4. Vorprüfung aller Voraussetzungen und Kriterien zur Förderung des Einsatzes durch das CIM 
  5. Antragstellung und Zusendung der Buchungsbestätigung für die Reise zum Einsatzort durch DF
  6. Finale Antragsprüfung durch das CIM
  7. Erstellen der Zuschussvereinbarung und Abschluss des Versicherungspakets durch das CIM
Antragsprozess (PDF 31.22 kb)

Welche Unterlagen müssen für die Bewerbung als Diaspora-Fachkraft eingereicht werden?

Für die Bewerbung als Diaspora-Fachkraft müssen Sie sich zunächst über unser Bewerbungsportal registrieren und bewerben. Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung einen aktuellen Lebenslauf sowie ein kurzes Anschreiben bei, in dem Sie Ihre Motivation und Ihre Ideen für Ihren Einsatz darstellen. Falls Sie bereits eine konkrete Partnerinstitution kennen und einen Einsatzzeitraum im Kopf haben, geben Sie dies bitte ebenfalls mit an.       

Zur Konkretisierung des Einsatzes wird anschließend eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Diaspora-Fachkraft und der Partnerinstitution geschlossen. Nach positiver Vorprüfung der Kooperationsvereinbarung durch das CIM senden Sie uns den von Ihnen ausgefüllten Antrag auf Förderung als Diaspora-Fachkraft zu, der Ihnen durch uns zur Verfügung gestellt wird. Fällt die finale Prüfung des Antrags positiv aus, wird eine Zuschussvereinbarung durch das CIM erstellt, in der alle Bedingungen der Einsatzförderung zwischen dem CIM und der Diaspora-Fachkraft geregelt werden. Zur Erstellung der Zuschussvereinbarung und für den Abschluss des Versicherungspakets benötigen wir darüber hinaus eine Buchungsbestätigung für Ihre Reise zum Einsatzort.      

Wie werden die Rahmendaten und die konkreten Ziele und Aktivitäten eines Kurzzeiteinsatzes festgelegt?

Kurzzeiteinsätze von Diaspora-Fachkräften erfolgen bedarfsorientiert. Das heißt, dass die Ziele des Einsatzes mit den konkreten Bedarfen der Partnerinstitution übereinstimmen müssen. Zwischen Diaspora-Fachkraft und Partnerinstitution wird eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, in der die entsprechend abgestimmten Ziele und Ergebnisse, ein Einsatzplan sowie die konkreten Aktivitäten und angewandten Methoden während des Einsatzes festgelegt werden. Zudem wird in der Kooperationsvereinbarung die Dauer des Einsatzes, inklusive Anfangs- und Enddatum, festgehalten. Diese Kooperationsvereinbarung wird Bestandteil der Zuschussvereinbarung, die CIM mit Ihnen abschließt.   

Was ist mit „Einsatzbeginn“ und „Einsatzende“ gemeint?

Der „Einsatzbeginn“ bezeichnet den ersten Tag, den Sie in der Partnerinstitution vor Ort eingesetzt sind. Das „Einsatzende“ bezeichnet den letzten Tag Ihres Einsatzes vor Ort in der Partnerinstitution. Beide Tage sind in der Regel Wochentage. Die Reisetage zum und vom Einsatzort sind hiermit nicht gemeint.  

Wann müssen die Unterlagen vorliegen, damit mein Einsatz als Diaspora-Fachkraft gefördert werden kann?

Bitte registrieren und bewerben Sie sich auf unserer Webseite und nehmen Sie mindestens acht Wochen vor Ihrem geplanten Einsatz Kontakt mit uns auf, damit wir den Antragsprozess einleiten können. Nach positiver Prüfung aller Voraussetzungen müssen alle Unterlagen (Bewerbung, Kooperationsvereinbarung, Antrag, Buchungsbestätigung) mindestens drei Wochen vor Einsatzbeginn vollständig vorliegen, damit eine Zuschussvereinbarung erstellt werden kann. Diese muss vor Ihrer Ausreise unterzeichnet und im Original an CIM zurückgesandt werden. Ohne Zuschussvereinbarung ist ein durch CIM geförderter Einsatz nicht möglich.

Wie werden die Bewerbungen geprüft?

Die Kriterien zur Förderung als Diaspora-Fachkraft, die Eignung der Partnerinstitution sowie die Vereinbarkeit der Zielsetzung des Einsatzes mit dem entwicklungspolitischen Auftrag des CIM werden von unserem Team sowohl in Deutschland als auch in den Einsatzländern geprüft.

Was ist eine Zuschussvereinbarung?

Die Zuschussvereinbarung ist ein Vertrag, den das CIM im Falle einer positiven Förderentscheidung mit der Diaspora-Fachkraft abschließt. In der Zuschussvereinbarung werden alle Bedingungen für die finanziellen Leistungen festgelegt. Die Zuschussvereinbarung muss von beiden Vertragspartnern vor der Ausreise und vor Beginn des Einsatzes unterzeichnet werden. Bitte lesen die Zuschussvereinbarung sorgfältig durch; sie enthält Rechte und Pflichten der Vertragspartner. 

Welche Unterstützung erhalte ich durch das CIM im Vorfeld und während meines Einsatzes?

Die CIM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland bieten Ihnen Beratung in der Vorbereitung für Ihren Kurzzeiteinsatz als Diaspora-Fachkraft an, während unsere Koordinatoren und Koordinatorinnen vor Ort den Kontakt zur Partnerorganisation aufnehmen. Auch wenn Sie noch keine Partnerinstitution haben, vermitteln wir Sie nach Möglichkeit gern entsprechend Ihres Profils.

Auch während Ihres Einsatzes im Partnerland stehen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite.

Welche finanziellen Unterstützungsleistungen enthält das Angebot?

Ihren Kurzzeiteinsatz als Diaspora-Fachkraft unterstützen wir mit der Übernahme Ihrer Reisekosten in Form einer länderspezifischen Reisekostenpauschale sowie mit dem Abschluss eines Versicherungspakets.  

Darüber hinaus übernehmen wir eine Aufwandsentschädigung von 50,-€ pro Einsatztag als Diaspora-Fachkraft. Sofern Sie Verbrauchsmaterialien für die Durchführung Ihres Einsatzes benötigen, können wir die Kosten dafür ebenfalls in beschränktem Umfang, maximal bis zu 200,-€, übernehmen.  

Wann bekomme ich die finanzielle Unterstützung ausgezahlt?

Der Zeitpunkt der Auszahlung hängt von der Dauer des Einsatzes ab.

  1. Bei Einsätzen bis zu 30 Tagen wird die finanzielle Unterstützung in zwei Tranchen ausgezahlt. Nach Eingang der original unterzeichneten Zuschussvereinbarung werden Ihnen die Reise- und Verbrauchsmaterialkosten, sowie 20% der Gesamtsumme der Aufwandsentschädigung übermittelt. Die restlichen 80% der Aufwandsentschädigung erhalten Sie nach Eingang der Einsatzbestätigung durch die Partnerorganisation und der Zusendung eines von Ihnen erstellten Schlussberichts. Dieser muss spätestens einen Monat nach Einsatzende vorliegen.
  2.  Bei Einsätzen, die zwischen vier Wochen und sechs Monaten dauern, werden Ihnen nach Eingang der original unterzeichneten Zuschussvereinbarung die Reise- und Verbrauchsmaterialkosten erstattet. Hiernach folgen monatliche Zahlungen der Aufwandsentschädigung jeweils zum Monatsende, wobei mindestens 10% der gesamten Aufwandsentschädigung einbehalten wird. Die Schlusszahlung der restlichen 10% erhalten Sie nach Eingang der Einsatzbestätigung durch die Partnerorganisation und der Zusendung eines von Ihnen erstellten Schlussberichts. Dieser muss spätestens einen Monat nach Einsatzende vorliegen.

Wie findet das Monitoring und die Dokumentation der Kurzzeiteinsätze statt?

Ihr Kurzzeiteinsatz wird durch den zuständigen CIM-Koordinator vor Ort begleitet, mit dem Sie wie auch die Partnerorganisation zu Beginn und während Ihres Einsatzes regelmäßig in Kontakt sind. Die genauen Berichtspflichten entnehmen Sie bitte Ihrer Zuschussvereinbarung. Ihr Kurzzeiteinsatz wird durch den zuständigen CIM-Koordinator vor Ort begleitet, mit dem Sie wie auch die Partnerorganisation zu Beginn und während Ihres Einsatzes regelmäßig in Kontakt sind. Die genauen Berichtspflichten entnehmen Sie bitte Ihrer Zuschussvereinbarung.

Weitere Informationen

Kontakt

Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, können Sie sich mit Ihrem Anliegen auch direkt an uns wenden. Schreiben Sie an:

diaspora-experts@cimonline.de