ENGAGIEREN · FÖRDERUNG DES ENTWICKLUNGSPOLITISCHEN ENGAGEMENTS VON MIGRATIONSORGANISATIONEN

Kleine Spiele für große Freude in Kolumbien

Als Julieth Hernandez Kindern in Kolumbien begegnete, die keinen Ball hatten, machte sie das traurig. Heute engagiert sie sich im Verein Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis für das Projekt “Sport gegen Gewalt”. In “kleinen Spielen” lernen Kinder den Umgang mit Anderen - und wie sie Konflikte ohne Gewalt lösen.

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„Wie eine große Familie“ beschreibt Julieth Hernandez den DeutschKolumbianischen Freundeskreis, einen Verein mit Mitgliedern in ganz Deutschland. Sie unterstützt das Projekt „Sport gegen Gewalt“ in Kooperation mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Mit „kleinen Spielen“, von Sportwissenschaftlern entwickelten Übungseinheiten, wird Kindern aus sozial schwachen Bezirken das Gefühl für den eigenen Körper und der Umgang mit Anderen nahegebracht. Dies dient der Konfliktbewältigung und letztlich als Prävention gegen Gewalt und Drogenmissbrauch. Als gebürtige Kolumbianerin kennt die Studentin die Problematik, besonders in Siloé. In dem Armenviertel in Cali, einer Millionenstadt im Süden von Kolumbien, findet das CIM-geförderte Projekt statt. Julieth Hernandez lebt gerne in Deutschland, hat aber ihre Heimat nie vergessen.

Sportwissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie trainieren mit „kleinen Spielen“ die Körperwahrnehmung der Kinder und arbeiten präventiv gegen Gewalt und Drogenmissbrauch.

Die eigene Rolle in der Gruppe kennenlernen und die eigene Balance finden ist wichtig für die kindliche Entwicklung.

Im Interview mit Julieth Hernandez:

Sie unterstützen das Projekt „Sport gegen Gewalt“ für den Verein DeutschKolumbianischer Freundeskreis. Wie kam es dazu?

Zu dem Verein kam ich eher zufällig über einen Freund, der zu einem Treffen ging und mich mitnahm. Mir hat die Stimmung direkt gefallen. Ich lernte Mitglieder kennen, die mir von einzelnen Projekten und eben auch von „Sport gegen Gewalt“ erzählten. Seitdem engagiere ich mich im Verein.

Wie ist der Verein aufgebaut? Wie sehen Veranstaltungen aus?

Wir sind ungefähr 430 Mitglieder. Es gibt Niederlassungen über ganz Deutschland verteilt, die verschiedene Projekte unterstützen, Veranstaltungen organisieren und sich regelmäßig treffen. Letztens hatten wir zum Beispiel die Jahrestagung. Das ist unsere Mitgliederversammlung, zu der wir uns einmal im Jahr treffen, immer an einem anderen Standort. Kolumbianer und Deutsche tauschen sich aus und wir essen zusammen. Gemeinsam essen ist für uns sehr wichtig. Es ist wie in einer großen Familie.

 „Sport gegen Gewalt“ wird in Siloé über die Partnerorganisation Sidoc angeboten und vom CIM gefördert.

„Sport gegen Gewalt“ wird in Siloé über die Partnerorganisation Sidoc angeboten und vom CIM gefördert.

Warum engagieren Sie sich gerade für „Sport gegen Gewalt“? Wie wird genau geholfen?

Als ich von dem Projekt erfuhr, musste ich an eine Situation in meiner Heimat vor 7 Jahren denken. Mir begegneten Kinder, die keinen Bezug zu einem Ball hatten, weil sie keinen besaßen. Das zu sehen, hat mir sehr weh getan. Ein Übungskonzept im Projekt ist zum Beispiel „Kleine Spiele“. Kinder lernen über einfache Übungseinheiten spielerisch, sich in einer Gruppe zu bewegen, Körperbewusstsein zu entwickeln und letztlich auch Konflikte zu lösen. Das halte ich für einen guten Ansatz.

Wo findet das Projekt statt?

„Sport gegen Gewalt“ wird in Siloé, dem Armenviertel von Cali im Süden von Kolumbien, über die Partnerorganisation Sidoc angeboten und vom CIM gefördert. Ich halte es für besonders wichtig, die Kinder dort zu beschäftigen. Viele der Probleme entstehen aufgrund von Vernachlässigung.

Was sind Ihre Aufgaben im Projekt?

Als gebürtige Kolumbianerin kann ich mich gut einbringen und auch die Mentalität der Menschen einschätzen. Vielen Kolumbianern fällt es zunächst schwer, Vertrauen aufzubauen. Letztes Jahr war ich als Dolmetscherin mit vor Ort bei einem Workshop. Es wurden neue Übungsleiter ausgebildet, was wichtig ist, um noch mehr Kindern helfen zu können.

Julieth Hernandez hat ihre Heimat nicht vergessen und kann im Rahmen des Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreises von Karlsruhe aus helfen.

Siloé, eines der Armenviertel in Cali, zählt zu den gewalttätigsten Orten der Welt.

IM AUFTRAG DES

Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit (BA) und vereint seit mehr als 35 Jahren entwicklungs- und arbeitsmarktpolitische Expertise. Das CIM vermittelt europäische und nach Deutschland zugewanderte Fachkräfte in Entwicklungs- und Schwellenländer, vernetzt zugewanderte Menschen, die ihre Herkunftsländer voranbringen möchten und berät Einzelpersonen sowie politische Entscheidungsträger zu Migrationsthemen. Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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