Mit der Kraft der Sonne: Erneuerbare Energien für Tunesien

Sofiane Kallel hat lange in Deutschland gelebt und gearbeitet, bevor er im Jahr 2000 nach Tunesien zurückkehrte. Der in Karlsruhe ausgebildete IT-Ingenieur treibt die Entwicklung Erneuerbarer Energien voran – mit zwei eigenen Firmen.

Sofiane Kallel

„Bereits vor der politischen Revolution kündigte sich in Tunesien ein grundsätzliches Umdenken im Energiesektor an. Durch meine unternehmerische Tätigkeit will ich die Energierevolution in meinem Land aktiv mitgestalten.“
Bild: Sofiane Kallel (rechts) und sein Geschäftspartner Mejdi Kilani

Flexibilität und Risikobereitschaft für Neues

Zu Erneuerbaren Energien kam Kallel erst über mehrere Umwege. Nachdem er sich zunächst mit einem IT-Unternehmen und anschließend mit einem Automobilzulieferbetrieb selbstständig gemacht hatte, begann der 46-Jährige sich mit den Geschäftspotenzialen von Erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen. Er besuchte internationale Fachmessen und erstellte erste Machbarkeitsstudien. In dieser Zeit begegnete er auch seinem Geschäftspartner. „Das war für mich ein großes Glück. Denn dieser hatte wie ich lange Zeit in Europa gelebt und war ebenfalls bewusst nach Tunesien zurückgekehrt – eine wichtige Erfahrung im Leben, die uns verband. Er brachte aufgrund seiner Spezialisierung im Energiesektor außerdem viel Know-how, Berufserfahrung und wertvolle Kontakte in unsere Geschäftspartnerschaft ein“, sagt Kallel. Mit ihrem Unternehmen Shams Energy Access setzen sie Solar- und Windenergie-Projekte um.

Shams Energy Access setzt vor allem auf das große Potenzial von Sonnenenergie in Tunesien.

Sofiane Kallel (vierter von links) mit den Mitarbeitern von Shams Technology in Kairouan.

Neue Perspektiven – auch für die junge Generation

Gerade jetzt, wo Tunesien vor großen Herausforderungen steht, werden Menschen wie Sofiane Kallel mit unternehmerischem Denken und Visionen für Tunesien dringend gebraucht. „Wir alle müssen aktiv an der Revolution mitarbeiten und versuchen, neue Perspektiven für unser Land und vor allem auch für die junge Generation zu schaffen.“ Diese Überzeugung ist auch einer der Gründe, warum sich die neue Produktionsstätte von Shams Technology 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt in der strukturschwachen Region Kairouan befindet.

Die Geschäftsidee

„Shams“ bedeutet im Arabischen „Sonne“. Auf die Kraft der Sonne baut Sofiane Kallel schon seit 2013. Mit der Firma Shams Energy Access setzen er und sein Geschäftspartner Projekte mit erneuerbaren Energien um. Das heißt hauptsächlich mit Solarenergie, aber auch mit Windenergie und Biomasse. Zum Leistungsangebot der Firma zählen sowohl die Planung und Umsetzung von Projekten als auch deren Nachbetreuung und Wartung. Mit der Firma Shams Technology ist das Duo 2016 zudem auch in die Produktion von Solarmodulen eingestiegen, um hier Tunesiens Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland und insbesondere aus China etwas entgegenzusetzen.

Das Unternehmen

Shams Energy Access

  • gegründet 2013
  • Standort: Tunis
  • Angebot: Planung und Umsetzung Projekten mit Erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Biomasse) sowie Nachbetreuung und Wartung
  • 35 Mitarbeiter (Stand Mitte 2017)

Shams Technology

  • gegründet 2013, Produktion seit 2016
  • Standorte in Tunis (Verwaltung) und Kairouan (Produktion)
  • Produkte: Solarmodule in zwei Standardausführungen; transparente Solarmodule sind in der Entwicklung
  • 40 Mitarbeiter (Stand Mitte 2017)

Folgende Angaben gelten für beide Unternehmen:

  • Eigenkapital: ca. 2 Millionen Euro
  • Fremdkapital: ca. 2 Millionen Euro
  • Jahresumsatz 2016: ca. 900.000 Euro
  • Planumsatz 2017: 2,9 Millionen Euro

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