Für mehr Effizienz und Wachstum: Betriebliche Informationssysteme für Kamerun

Schon als der damals 19-jährige Honoré Tiako Ndjenkam 1998 zum ersten Mal nach Deutschland kam, stand für ihn fest: Eines Tages werde ich nach Kamerun zurückkehren. 18 Jahre später, kurz vor der Einschulung seiner ersten Tochter, wagte der IT- und Business-Intelligence-Spezialist die Rückkehr nach Kamerun.

Tiako Ndjenkam

„Mit dem Ziel, mich eines Tages selbstständig zu machen, habe ich in Deutschland zur Verwunderung meiner Kommilitonen und Freunde nie nach den bestbezahltesten Jobs gesucht. Sondern immer nach jenen, bei denen ich mir innerhalb kurzer Zeit am meisten Wissen aneignen konnte.“

Betriebliche Informationssysteme – eine Marktlücke in Kamerun

Honoré Tiako Njenkam studierte Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Braunschweig und arbeitete zunächst als Angestellter und dann mehrere Jahre als selbstständiger IT- und Business-Intelligence-Berater in Deutschland und in der Schweiz. Bereits zwei Jahre vor seiner Rückkehr machte sich der Kameruner mit der Beratungsfirma ISNOV selbstständig. Die Firma unterstützt Unternehmen dabei, ihre Prozesse durch den Einsatz moderner Informationstechnologie zu verbessern. Mit Hilfe von zwei Mitarbeitern in Kamerun und regelmäßigen Reisen dorthin gelang es ihm, in Kamerun erste Kunden an Land zu ziehen. „Durch gute Beratung und die Einführung innovativer IT-Systeme werden Unternehmen effizienter und transparenter und damit besser steuerbar. Das schafft Raum für höhere Umsätze und für Wachstum“, sagt Tiako Ndjenkam. Das Geschäftsmodell kommt an – und spricht sich herum. Mittlerweile ist die Anzahl seiner Kunden auf 12 gestiegen.

ISNOV unterstützt Unternehmen dabei, ihre Prozesse und Managementpraktiken durch den Einsatz moderner Informationstechnologie zu optimieren.

Gründer Honoré Tiako Njenkam im Beratungsgespräch

Das Unternehmen ISNOV

  • im Jahr 2013 gegründet
  • 6 Mitarbeiter (Stand Mitte 2017)
  • Sitz in Yaoundé
  • gefördert durch das CIM
  • Startkapital 25.000 Euro

Die Geschäftsidee

ISNOV steht für „Innovation durch Informationsysteme“. Die Firma unterstützt Unternehmen dabei, ihre Prozesse und Managementpraktiken durch den Einsatz moderner Informationstechnologie zu optimieren. Hierbei spielen Enterprise Resource Planning, also Software zur besseren Ressourcenplanung, und Business Intelligence, IT-basierte Verfahren zur systematischen Sammlung, Auswertung und Darstellung von statistischen Daten, eine zentrale Rolle. Honoré Tiako Ndjenkam sieht auf diesen Gebieten in Kamerun noch großen Nachhol- und Professionalisierungsbedarf. Denn viele Unternehmen verlören durch ineffiziente Abläufe und fehlende statistische Informationen viel Zeit und Geld und seien so international nicht wettbewerbsfähig.

Die größte Herausforderung: gutes Personal

ISNOV könnte schneller wachsen, als es das aktuell tut, aber bezahlbares gutes Personal ist schwer zu finden. Tiako Ndjenkam räumt ein: „Ich stecke viel Zeit in den Aufbau von Personal. Es dauert 6-12 Monate, bis ich jemanden gut eingearbeitet habe und ihm auch Dinge wie Qualitätsbewusstsein, Termintreue, gute Kommunikation und Leidenschaft an der Arbeit nahegebracht habe. Doch nicht alle wissen das zu schätzen – und versuchen ihr Glück dann anderswo. Die Personalfluktuation in Kamerun ist generell sehr hoch.“

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