Als Diaspora-Organisation das Herkunftsland stärken – hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen.

Sie möchten als Diaspora-Organisation Ihre Projektidee einreichen? Sie haben noch offene Fragen zu den Voraussetzungen, den Rahmenbedingungen und zum Bewerbungsprozess?

Wir haben an dieser Stelle Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.

Welche Organisationen/Institutionen können gefördert werden?

Gefördert werden können Diaspora-Organisationen,

  • deren Mitglieder zu mindestens 50% aus Personen mit Migrationshintergrund bestehen und/oder deren Vorstand sich zu mindestens 50% aus Personen mit Migrationshintergrund aus Ländern des Globalen Südens zusammensetzt,
  • die als juristische Person rechtlich in Deutschland eingetragen sind (v.a. in Form von eingetragenen Vereinen, Stiftungen o. Ä.),
  • die ihre Gemeinnützigkeit nachweisen können (Freistellungs- bzw. Feststellungsbescheid, Satzung) und
  • die für den Zeitraum der geplanten Projektdurchführung keine weitere Projektförderung durch CIM erhalten. Laufende Projekte müssen bis zum Zeitpunkt der Antragsauswahl abgeschlossen sein.

Für welche Länder wird die Förderung von Diaspora-Organisationen angeboten?

Albanien, Äthiopien, Ecuador, Georgien, Ghana, Indien, Indonesien, Jordanien, Kamerun, Kenia, Kolumbien, Kosovo, Marokko, Nepal, Nigeria, Palästinensische Gebiete, Peru, Senegal, Serbien, Tunesien, Ukraine und Vietnam.

Was wird in der Ausschreibung unter dem Begriff Migrationshintergrund verstanden?

Zu Menschen mit Migrationshintergrund zählen „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil". (Quelle: Statistisches Bundesamt: Fachserie 1, Reihe 2.2 Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund, Wiesbaden 2010)

Welche Bedingungen müssen in den Projektländern erfüllt werden?

  • Das Projekt muss gemeinsam von einer antragstellenden Diaspora-Organisationen in Deutschland und einem lokalen Partner/mehreren lokalen Partnern geplant und umgesetzt werden.
  • Die lokale Partnerorganisation muss als juristische Person erkennbar sein und nach jeweils geltendem Recht gemeinnützig agieren.
  • Die Projektinhalte müssen eine Entwicklungsrelevanz haben und sich an den Sustainable Development Goals (Nachhaltigen Entwicklungszielen) der Vereinten Nationen orientieren.

In welcher Höhe und über welchen Zeitraum kann ein Projekt gefördert werden?

Die maximale Zuschusshöhe wird für die jeweiligen Ausschreibungen definiert und bekannt gegeben. Die maximale Laufzeit wird für die jeweiligen Ausschreibungen definiert und bekannt gegeben.

Welche Projekte können nicht gefördert werden?

Abhängig vom Thema der Ausschreibung definiert sich, welche Projekte gefördert werden können.
Grundsätzlich nicht gefördert werden:

  • Projekte, die ausschließlich humanitäre Hilfe leisten,
  • reine Infrastrukturprojekte und Baumaßnahmen,
  • Projekte, deren Folgeausgaben vom Projektträger oder anderen Partnern nicht übernommen werden können,
  • Projekte, die vornehmlich darin bestehen, Sachspenden von Deutschland in das jeweilige Land zu transportieren,
  • Projekte, die vornehmlich darin bestehen, Kredite abzuzahlen,
  • Projekte, die den polizeilichen oder militärischen Bereich betreffen,
  • Projekte, die wesentlich der Repräsentation und Kontaktpflege deutscher Stellen dienen.

Wann und auf welchem Wege wird die Ausschreibung für die Förderung von Migrantenorganisationen veröffentlicht?

Jährlich findet eine Ausschreibung statt. Die Ausschreibungen werden auf dieser Website veröffentlicht. Zusätzlich wird die Ausschreibung über einen E-Mail-Verteiler versendet. Bei Interesse, in den Verteiler aufgenommen zu werden, senden Sie bitte eine E-Mail an migration@cimonline.de.

Aktuelle Ausschreibung

Wie findet die Auswahl der Projekte statt?

Die Projektskizzen werden nach folgenden inhaltlichen Kriterien geprüft:

  • Bezug zum Ausschreibungsthema
  • Nachvollziehbarkeit der Projektidee
  • Entwicklungsrelevanz und Ownership
  • Nachhaltigkeit

Was bedeutet „Entwicklungsrelevanz“?

Wir möchten unsere Projektförderung im Kontext nationaler Entwicklungsstrategien realisieren. Daher bitten wir Sie, sich zu informieren, welche vorhandenen nationalen oder regionalen Entwicklungspläne in dem Land bzw. in dem Ort der Projektdurchführung vorliegen. Diese werden in der Regel von nationalen und/oder regionalen Regierungsinstitutionen veröffentlicht. Eine Übersicht über Schwerpunktsektoren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bietet auch die Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

BMZ

Welche finanzielle Unterstützung kann eine Diaspora-Organisation erhalten?

  • Der maximale Zuschuss zu den Projektkosten durch CIM beträgt 40.000 Euro.
  • Zusätzlich zu dieser Summe können Verwaltungskosten als Pauschale in einer Höhe von 10% des beantragten Zuschusses übernommen werden. Mit dieser Pauschale sind alle administrativen Materialkosten, Büromaterial, Miete, Porto, Telefon, Internet etc. abgedeckt.
  • Mindestens 10% der gesamten Fördersumme (einschließlich Verwaltungskosten) müssen von der Diaspora-Organisation als finanzieller Eigenbeitrag erbracht werden. Dieser darf auch aus Mitteln Dritter bestehen, jedoch nicht direkt oder indirekt aus Fördermitteln des BMZ.
  • Alle Ausgaben müssen durch (Original-)Belege nachgewiesen und bei einer finanziellen Prüfung vorgelegt werden können.

Kann ein Verein mehrere Projektskizzen einreichen?

Ja. Jedoch wird pro Organisation maximal ein Projekt gefördert.

Können auch Vereine einen Förderantrag stellen, die sich gerade erst gegründet haben jedoch noch auf Ihren Freistellungsbescheid warten?

Ja. Wichtig ist, dass die geforderten Dokumente spätestens zum Vertragsabschluss vorliegen. Bitte geben Sie in solchem Fall auf der Projektskizze an (Checkliste letzte Seite), warum die Dokumente noch nicht vorliegen und bis wann sie diese voraussichtlich nachreichen können. 

Können auch in Deutschland ansässige Unternehmen eine Förderung beantragen?

Die Förderung richtet sich an gemeinnützige Akteure. Insofern können auch gemeinnützige Unternehmen (z.B. gUG und gGmbH) die Förderung beantragen. In diesem Fall sollten die Gesellschafter Migrationshintergrund aufweisen. 

Können wir uns auf die Förderung bewerben, obwohl wir gerade noch ein laufendes CIM-Projekt haben?

Ja. Jedoch muss das laufende Projekt beendet sein, bevor das neue Projekt beginnt.

Kann auch eine Organisation in einem unserer Partnerländer einen Förderantrag stellen, ohne migrantischen Partner in Deutschland?

Nein. Das Förderprogramm zielt auf die Stärkung entwicklungspolitischen Engagements von migrantischen Organisationen in Deutschland (und deren Zusammenarbeit mit Partnern im Globalen Süden). Demzufolge sind auch nur Organisationen in Deutschland antragsberechtigt.

Können die Fördermittel auch eingesetzt werden, um die Mitglieder der in Deutschland ansässigen, migrantischen Organisation weiterzubilden ( z.B. im Bereich Wissenstransfer oder SDGs)?

Nein. Das Programm dient dem Wissensaufbau (Kompetenzerweiterung) im Zielland. Eine Weiterbildung / Qualifizierung der in Deutschland lebenden Diaspora ist daher nicht förderfähig. Auch die bereitgestellten 10% Eigenfinanzierung müssen direkt der Projektumsetzung im Zielland zur Verfügung gestellt werden. 

Kann der Wissenstransfer auch in Deutschland durchgeführt werden?

Ein Aufenthalt in Deutschland kann Bestandteil des Projektes sein, sofern es sich um Maßnahmen handelt, die nicht im Zielland durchgeführt werden können und für den Erfolg der Maßnahme notwendig sind.

Sind auch interkulturelle Begegnungsprojekte und/oder Kulturaustausch ( z.B. Kino-Festival, Konzertreisen) förderfähig?

Nein. Projekte der interkulturellen Begegnung sowie zum Kulturaustausch sind nicht förderfähig. Die Projekte müssen direkt darauf abzielen, die Lebenssituation in den Herkunftsländern zu verbessern und die Existenzgrundlage der dort Lebenden zu verbessern (siehe hierzu auch Nachhaltigkeitsziele).

Sustainable Development Goals

Wir würden gerne eine Schule einrichten und möchten Stühle, Tische und Lehrmaterialien kaufen. Können wir für diese Anschaffungen eine Förderung im Rahmen des Programms ‚Kleinprojekteförderung‘ beantragen?

Das Förderprogramm dient der Weitergabe von Wissen und dem Kompetenzaufbau. Dies sollte im Mittelpunkt des zu fördernden Projektes stehen. Projekte, die sich ausschließlich auf die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen oder Infrastrukturmaßnahmen beziehen, sind nicht förderfähig.
Werden im Rahmen des Projektes Multiplikatoren ausgebildet, ist die Anschaffung von Materialien und/oder Anschauungsobjekten (die später weiter genutzt werden) möglich.

Gibt es weitere Geber, die die Arbeit von Migrantenorganisationen fördern?

Ja, im Folgenden eine kurze Übersicht weiterer Geber:

Schmitz-Stiftung: Förderung für Entwicklungsprojekte im Globalen Süden

www.schmitz-stiftungen.de

Stiftung Nord-Süd-Brücken

www.nord-sued-bruecken.de/ez-kleinprojektefonds.html

Mitmachzentrale / Engagement Global: zentrale Anlaufstelle für allgemeine Beratung rund um entwicklungspolitisches Engagement im Inland und Ausland

www.engagement-global.de/mitmachzentrale.html

Bengo/Engagement Global

https://bengo.engagement-global.de/neue-verfahren-ab-2016.html

Weitere Informationen

Kontakt

Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, können Sie sich mit Ihrem Anliegen auch direkt an uns wenden. Schreiben Sie an:

migration@cimonline.de