Mit Unternehmergeist und sozialem Engagement Indiens gesellschaftliche Probleme lösen

Indien hat die zweitgrößte Bevölkerung der Welt. Die Potenziale des Landes – und damit auch die Möglichkeiten für Unternehmensgründer und  -gründerinnen – sind gewaltig. Ebenso groß sind auch die Herausforderungen. Zwar verzeichnet Indien seit Jahren ein solides Wirtschaftswachstum und große Erfolge in Bereichen wie Technologie und Wissenschaft. Aber die damit verbundenen positiven Effekte, wie zum Beispiel eine Verbesserung der Lebensbedingungen, kommen bei vielen Menschen nicht an – insbesondere bei den 60 Prozent der Bevölkerung, die in ländlichen Regionen leben. Für sie sind Basisdienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, sanitäre Anlagen, Bildung, Nahrung oder Elektrizität immer noch alles andere als selbstverständlich.

Indien – ein dynamischer Markt für soziales Unternehmertum

Deshalb hat Indien bereits viele soziale Unternehmen hervorgebracht, die Lösungen für existierende gesellschaftliche Probleme suchen. Zu Indiens bekanntesten sozialen Unternehmern zählt zum Beispiel Harish Hande, der Gründer und Geschäftsführer von „Selco“. Das Unternehmen versorgt Menschen in abgeschnittenen ländlichen Regionen mit nachhaltigen Energiequellen und war die erste Initiative dieser Art in Indien. Die Zahlen sprechen für sich: Bisher hat Selco in Indien bereits über 450.000 Solaranlagen installiert und damit die Lebensqualität vieler Familien verbessert. Auch Ashoka, die weltweit führende Organisation zur Förderung sozialen Unternehmertums, weist nicht nur in ihrem Namen starke Bande zu Indien auf. In jüngster Vergangenheit gab es insbesondere in den Sektoren Bildung, Landwirtschaft, Energie und Finanzen viele soziale Unternehmensgründungen in Indien.

Mit neuen Erfahrungen zu neuen Ideen

Häufig schärfen das Leben in der Ferne und die Erfahrungen, die wir im Ausland sammeln, den Blick auf das Herkunftsland, auf seine Vorzüge und seine Schwachstellen. In der Tat haben viele erfolgreiche soziale Unternehmer und Unternehmerinnen eine Zeit lang im Ausland gelebt. Das trifft auch für Indien zu. „Geschäftsideen für Entwicklung“ möchte soziales Unternehmertum in Indien und insbesondere innovative Ideen von in Deutschland lebenden Indern und Inderinnen fördern. Denn Menschen, die den Schritt ins Ausland wagten und dort ihren fachlichen und menschlichen Horizont erweitern konnten, haben großes Potenzial, um für soziale und ökologische Probleme in Indien unkonventionelle Lösungen zu finden. Lösungen, von denen – auf direktem oder indirektem Weg – weniger privilegierte Menschen profitieren und die im Idealfall auch Entwicklungen in anderen Ländern anstoßen können. Gerade in Zeiten, in denen in vielen Ländern die Kluft zwischen Arm und Reich nicht kleiner, sondern größer wird, ist dies extrem wichtig.

„Soft landing“ für soziale Unternehmensgründungen

Ein soziales Unternehmen in Indien zu gründen, ist nicht einfach. Vieles ist schwer vorhersehbar - alles ist ständig im Wandel. „Geschäftsideen für Entwicklung“ möchte dazu beitragen, dass Unternehmensgründer und -gründerinnen ihre Geschäftsidee langfristig und finanziell erfolgreich umsetzen können und dass sie in Indien schnell wieder Fuß fassen. Zudem sollen sie einen guten Überblick über die Marktsituation, die Risiken und die komplexen Problemstellungen bekommen. „Geschäftsideen für Entwicklung“ unterstützt sie dabei – bereits bei der Ideenfindung in Deutschland und dann auch bei der Umsetzung in Indien.

Geschichte eines Gründers

Niraj Marathe

Gründer in Indien

Niraj Marathe hat in Deutschland Solartechnologie studiert. In dieser Zeit hat er realisiert, dass die vielen Lebensmittel, die in Indiens Agrarsektor verenden, gerettet werden könnten, wenn die Bauern und Bäuerinnen Kühlungsmöglichkeiten für ihre Ware hätten. Sein Unternehmen „CoolCrop” stellt ihnen diese nun zur Verfügung. Niraj Marathe sagt: „Ein Land mit einer so großen Bevölkerung wie Indien kann es sich nicht leisten, 30 Prozent seiner Lebensmittel wegen fehlender Kühlmöglichkeiten zu verschwenden, noch bevor die Ware überhaupt auf den Markt gelangt. Wenn man zu nahe an einem Problem dran ist, sieht man manchmal die einfachsten Lösungen nicht. Mir hat der Blick aus dem Ausland auf mein Land geholfen, um eine simple und erschwingliche Lösung für die Lebensmittelverschwendung in Indiens Landwirtschaft zu finden.“

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